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Energetische Biomassenutzung verschärft die Nahrungsmittelknappheit

Millionen von Kleinbauern und Pächtern wurden besitz- und arbeitslos, nur ein kleiner Teil von ihnen findet für einige wochen Arbeit auf den Zuckerplantagen – unter unglaublichen Bedingungen als Tagelöhner und Saisonarbeiter: 12 bis 14 Stunden am Tag müssen sie arbeiten, um die Akkordnorm zu erfüllen. Die Zuckeralkoholindustrie gehört zu den größten und rücksichtslosesten Umweltzerstörern Brasiliens. Am Beispiel dieses Versuchs lassen sich die Folgen solcher Maßnahmen veranschaulichen: Der Staat half mit 5 Milliarden Dollar Proalcool-krediten, mit denen die schon bestehenden Zuckerimperien ihre Pflanzungen zu 100 Prozent, die Modernisierung ihrer Brennereien zu 90 Prozent finanzierten. Als Ersatz für Benzin soll Alkohol aus Zucker gewonnen werden."1975 verkündete der damalige (brasilianische) Staatspräsident Ernesto Geisel den nationalen Plan Proálcool". Die 100 Millionen armer und ärmster Brasilianer hatten die Folgen zu tragen: Rund 200 gigantische Zuckerrohrplantagen und Fabriken verdrängten den Anbau von Lebensmitteln wie Reis, Mais und Bohnen. Tausende von Kleinbauern und Pächtern wurden durch die Großfarmen verdrängt, und sie wanderten zum Großteil in die Slums der GroßStädte aus und vergrößerten die ohnehin große Masse der Arbeitslosen. Für jeden Liter Alkohol gibt es ein Kilo weniger Reis oder Bohnen für die armen Leute, lautet eine einfache Rechnung des Wirtschaftsexperten Fernando Homem de Melo. Ein Verbrechen, Millionen Hektar guten Bodens für die Ernährung der Autos zu bepflanzen, wenn zwei Drittel der Bevölkerung unterernährt sind, so der Ökologe und Ingenieur Jose Lutzenberger.

Die Wirtschaft Brasiliens wuchs schnell, noch schneller wuchs der Hunger. (...) Wenn auch Armut und Hungersnot in Brasilien keine Neuheit sind, so ist die Situation der Armen doch noch viel schlimmer geworden. Zwei Drittel der Bevölkerung leben in Brasilien in Armut und ein Großteil davon sogar in absoluter Armut.

35 Millionen Kinder leben am Rand der gesellschaft." 2).

Die zentrale Frage, die sich stellt, ist: Ist es möglich auf der Erde Nahrungsmittel für eine wachsende Weltbevölkerung in ausreichender Menge zu produzieren, nebenbei einen wachsenden Energiebedarf mit Energie aus nachwachsenden Rohstoffen zu befriedigen, immer mehr Flächen für Städte, Wirtschaft und Verkehr bereitzustellen und gleichzeitig Naturräume zu erhalten?.Die nachwachsenden Rohstoffe stehen in Brasilien also in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion.

Anlässlich der UNO-Wüstenkonferenz (im september 1997) ist im Hamburger Abendblatt zu lesen:.

3)."Weltweit nehmen die Acker- und Weideflächen jährlich um 10 Millionen Hektar ab. Allein bis zum Jahr 2000 wird vermutlich noch mal eine landWirtschaftliche Fläche verloren gehen, die der achtfachen Fläche Deutschlands entspricht. Mehr als ein Viertel aller landWirtschaftlich nutzbaren Flächen der Erde drohen zu versteppen oder zu verwüsten. Weil der Boden ausgelaugt wird, weil Pflanzen auf ungeeigneten Böden wachsen und sie so zerstören. Hungersnöte, die schon heute Millionen menschen in den Südlichen Ländern quälen, werden die Folge sein. wissenschaftler befürchten einen Treck von Milliarden von menschen rund um den Globus, wenn der Trend nicht gestoppt wird".

Das Wachsen der Städte und der Straßennetze sind die Hauptursache hierfür.Gleichzeitig werden immer mehr Acker und Weideflächen mit Beton und Asphalt versiegelt.

Es ist, angesichts der gegenwärtigen Verlustraten an Ackerland, nicht möglich Nahrungsmittel in ausreichender Menge für eine wachsende Weltbevölkerung zu produzieren, wenn Nahrungsmittelanbau mit dem Anbau nachwachsender Rohstoffe um die Agrarflächen konkurriert.Allem Anschein nach muss die oben gestellte zentrale Frage mit "Nein" beantwortet werden.




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